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Ein Traum - was wirklich zählt [DE]

Gestern hatte ich einen Traum, der mich wieder wach gemacht hat.

Ich stand mit meinem Fahrrad an einer Straße. Es war Sommer. Durch die Häuserwand war ich im Schatten. Vor mir war ein Baugerüst. Auf dem Gerüst lag etwas von einem Kind, was ich zurückholen wollte.
Es gab keine Leiter oder sonstiges am Gerüst, also beschloss ich mit den Tragegurten meiner Packtaschen klettern zu gehen. Allerdings fehlte immer ein Stück, sodass ich nicht weiterkam. Egal was ich tat, ich war entweder nicht sicher genug oder kam nicht an den Gegenstand. In meinem Kopf hat sich Perfektionismus breit gemacht. Ich wollte den Kindern nichts falsches vormachen und vor den anderen Passanten gut aussehen.

Dann kam ein „Break“. Auf einmal war ich vor einer Mahnwache. Eine Art Extinction Rebellion in ferner Zukunft. Dort gab es ein Bild auf vielen Bannern zu sehen. Links eine Sonne, rechts eine hügelige Grüne Wiese. Ein nach oben gebogener Pfeil zeigte von der Sonne auf die Wiese. Es war wie von einem Kind gemalt - eine Sonne mit Strahlen, generell kräftige bunte Farben. Text dazu gab es nicht.
Ein Mann erklärte, dass Menschen bald nur noch 9 Jahre alt werden können - aufgrund der extremen Klima- und Weltsituation. Insbesondere die UV-Strahlung und Lebensmittelknappheit sind die Hauptursache. Dies ist der aktuelle Stand der Wissenschaft, keine neue „Weltuntergangssekte“. Die Medien sollen weitergeben, wie ernst die Lage ist. Es könne nicht sein, dass Kinder bis 16 zur Schule gehen sollen, wenn sie ohnehin nicht so alt werden. Man solle wenigstens ihnen ein schönes Leben lassen. Der Mann war verzweifelt, die Aussage eindeutig.

Wie lange werden wir nichts tun? Worum geht es hier eigentlich? Was ist wirklich wichtig im Leben?

Der Mann erklärte, was es mit dem Bild auf sich hat. Es solle das Leben künftiger Kinder symbolisieren - geboren durch die Sonne, die Wiese als Ende des Lebens. „Einfach nur leben lassen“.
Man hätte sich für bewusst für friedliche Bilder entschieden, damit die Menschen nicht Angst bekommen und noch das Gute sehen.
Ich war schockiert, geschockt. All diese Leute auf der Demo hatten keine Reaktionen gezeigt. Keine Trauer, keine Entschlossenheit, kein einziges Gebet. Könnte so die Zukunft aussehen?

Ich war wieder am Gerüst. Mein Puls war kräftig. Was tue ich hier eigentlich? Warum halte ich mich so oft an kleinen Sachen auf? Ich verlies das Gerüst, fassungslos darüber, wie ich genauso taub mitspiele und nicht sehe, was eigentlich in dieser Welt los ist.

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